Wie Sanofi Hybrid Work mit Seatti eingeführt hat

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2022
Pharmaindustrie

Sanofi

Ein Pharmakonzern öffnet seinen Berliner Standort zum Open Space und steuert den hybriden Alltag mit Zonen, Teams-Integration und Auslastungsdaten.

Zum Unternehmen

Sanofi ist ein global agierendes Gesundheitsunternehmen mit Sitz in Paris, dessen Geschichte bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Die deutsche Landesgruppe zählt knapp 7.750 Mitarbeitende an drei Standorten. Das Unternehmen erforscht die Ursachen verschiedener Krankheiten und sucht nach medikamentösen Ansätzen zu ihrer Behandlung. Als viele Corona-Schutzmaßnahmen ausliefen, wurde klar, dass sich die Arbeitsweise ändern muss, und zwar zugunsten von Flexibilität. Seatti war das erste Tool, das Sanofi dafür einführte, am Standort Berlin.

Challenge

Vor der Pandemie arbeitete auch Sanofi in einem sehr konventionellen Modell: ein großes Office, klar strukturiert, kleinere Büros teils mit Vorzimmer, getrennt nach Hierarchien und Abteilungen. Nach zwei Jahren Homeoffice konnte und wollte das Unternehmen dorthin nicht zurück.

In der Belegschaft hatten sich zwei Lager herausgebildet: die einen, die gern im Homeoffice und im Büro arbeiten, die anderen, die Präsenzarbeit bevorzugen. Um beide Gruppen mitzunehmen, entschied sich Sanofi für ein hybrides Modell. Gleichzeitig sollten die physischen Strukturen aufbrechen. Statt abgetrennter Einzelbüros mit Vorzimmer entstand ein Open Space, in dem auch die Führung mitten im Team sitzt.

Lösung

Fünf Anforderungen an das Tool

Bevor die Suche begann, definierte die Taskforce, was ein Management-Tool leisten muss.

Leichte Integrierbarkeit. Das Tool sollte sich in das bestehende Ökosystem einfügen. Vor allem aus IT-Sicht sollte niemand eine eigene App nur für die Arbeitsplatzbuchung installieren müssen. Seatti läuft in der Oberfläche, die alle ohnehin kennen: Microsoft Teams.

Leichte Bedienbarkeit. Interface und Funktionen sollten selbsterklärend sein, damit der Start ohne Rückfragen gelingt.

Sozialer Charakter. Der Umstieg auf Open Space sollte Abteilungen zusammenbringen. Deshalb war Bedingung, dass das Tool sichtbar macht, wer an welchen Tagen ins Büro kommt, und so Anreize für die Rückkehr schafft.

Messbarkeit. Für die Auslastung der gebuchten Areas sollte ein integriertes Dashboard bereitstehen, anonym und DSGVO-konform.

Anpassungsfähigkeit. Sanofi wollte eher Zonen buchbar machen als einzelne Schreibtische, mit unterschiedlichen Rechten je Bereich.

Seatti konnte alle diese Anforderungen erfüllen und wurde am Standort Berlin eingeführt.

Change-Kommunikation auf vier Wegen

Die Notwendigkeit des Wandels war nach Monaten im Homeoffice nicht allen bewusst. Sanofi setzte deshalb auf offene, mehrstufige Kommunikation. Mitarbeiterbefragungen holten die Belegschaft in den Prozess. Ein eigener Podcast begleitete den Change, eine Folge war Hybrid Work gewidmet. Interne Mails ergänzten das für alle, die den Podcast nicht hören, und öffneten den direkten Rückkanal zur Taskforce. Dort tauchte vor allem eine Sorge auf: dass durch die Reduzierung der Arbeitsfläche zu wenige Schreibtische bleiben und der Weg ins Büro umsonst sein könnte. Genau diese Angst nahm das Buchungstool. Am Standort Berlin kamen zusätzlich Flyer dazu, in denen Seatti eine eigene Seite bekam.

Impact

Nach einem Dreivierteljahr ließen sich erste wertvolle Erkenntnisse sammeln.

„Wir sind jetzt ein dreiviertel Jahr im Projekt und der Austausch hat sich unglaublich erhöht und der Zusammenhalt als ein Unternehmen hat sich extrem erhöht.“

Akzeptanz

Das neue Modell wurde insgesamt gut angenommen, mit einem erkennbaren Muster entlang der Altersstruktur: unter 40 durchweg begeistert, zwischen 40 und 50 Begeisterung klar im Vordergrund, darüber mehr Skepsis und mehr Wert auf die Arbeit im Büro. Pauschalisieren lässt sich das nicht, ein Trend ist es trotzdem.

„Es fühlt sich subjektiv danach an, als ob wir im Altersdurchschnitt 20 Jahre jünger geworden wären. Gefühlt von 56 auf 36 gerutscht.“

Präferierte Tage

Die befürchtete Knappheit blieb aus, die Auslastung im Büro verteilte sich gut. Über die Meetup-Funktion von Seatti wurde sichtbar, dass sich die Kernbürotage auf Dienstag und Mittwoch verlagern, während freitags deutlich weniger los ist.

Attraktivität als Arbeitgeber

Im Vergleich zu anderen Sanofi-Standorten fällt auf, dass sich Berlin bei der Gewinnung von Führungskräften leichter tut. Das hybride Modell macht das Unternehmen in der Stadt spürbar attraktiver und stellt es im Wettbewerb um Fachkräfte neben die Berliner Start-up-Szene.

„Wenn mehr Corporates dieses Modell umsetzen, wird es der Recruiting-Markt für Start-ups echt richtig schwer werden!“
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